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25 Jahre Geburtstag – 70 Jahre Engagement

Museum Galerie Falkensee
Gabriele Helbig, Bert Krüger
Telefon:0 33 22/2 22 88
Website:www.museum-galerie-falkensee.de

Museum & Mammutknochen

Stand: Juni 2017

Museum Galerie Falkensee feiert rundes Jubiläum: Seit einem Vierteljahrhundert ist es im denkmalgeschützten Gebäude in der Falkenhagener Straße 77 anzutreffen. Die Wurzeln gehen allerdings weit tiefer.

„Eigentlich könnten wir den 70. Geburtstag feiern“, wissen Leiterin Gabriele Helbig und Bert Krüger. „Initiator war Friedrich Müller, den alle als ‚Fritz‘ Müller kannten“, blickt sie zurück.

Tischler zimmert an Historie
Während woanders sich Lehrer oder Pfarrer um die Historie kümmerten, kamen in Falkensee die Impulse „aus dem Volk“, denn Müller war als Tischler gestandener Handwerker. „Er sammelte ab 1947 alte Gegenstände. Es ging ihm mit der Zeit schwerpunktmäßig darum, die Erinnerung an die Vergangenheit aufrechtzuerhalten, als die Region landwirtschaftlich geprägt war. Er befürchtete, dass diese Wurzeln mit der Entwicklung als Stadt in Vergessenheit geraten.“

Eigene Heimatstube
Müllers Traum ging 1968 mit einer „Heimatstube“ in Erfüllung. Standort war ebenfalls Falkenhagener Straße, im Obergeschoss des Neben­gebäudes vom Rathaus. „Man konnte damals viele landwirtschaftliche Gegenstände und Dinge, die im Haushalt gebraucht wurden, bewundern. Ein Höhepunkt war ein Modell des Dorfes Seegefeld“, weiß Gabriele Helbig. Sie selbst war damals gerade mal zehn Jahre alt: „Mir wurde gesagt, dass ich das Museum besuchte, aber ich habe leider daran keine Erinnerung mehr.“

Neue Impulse
„Fritz“ Müller bekam schließlich „Verstärkung“ durch Gerhard Zimmermann. Der brachte als Naturschutzbeauftragter des Kulturbundes für den Kreis Nauen seine speziellen Interessen ein. Als Grafiker war es ihm zudem ein Anliegen, das Museum übersichtlich und erfassbar zu präsentieren. „Als damals Mammutknochen gefunden wurden, war das ein weiterer Anstoß, die Sammlung zu erweitern. Zudem kamen naturwissenschaftliche Präparate von Tieren und Pflanzen dazu“, so Gabriele Helbig und Bert Krüger.

Pleite mit der Wende
Die Schau war so beachtlich, dass die Heimatstube zum Heimatmuseum hochgestuft wurde. Die Wende brachte hier ebenfalls eine Wende, allerdings erst mal zum Schlechteren. „Die Verwaltung musste umstrukturiert werden und brauchte mehr Platz. Die Exponate konnten deshalb nicht mehr dort ausgestellt werden.“ Das fanden engagierte Bürger, darunter Ingo Wellmann vom „Haus am Anger“, alles andere als gut. Sie kämpften auf vielen Ebenen um das Museum. „Schließlich konnte die Stadt unter Bürgermeister Jürgen Bigalke das denkmalgeschützte Haus in der Falkenhagener Straße 77 kaufen, um dort die Sammlung zu präsentieren“, weiß Gabriele Helbig. „Großen Anteil hatte das Engagement der damaligen Dezernentin Helga Werder.“

Schneller Umbau
Das war im März 1992. Nach einer für heutige Vorstellungen enorm kurzen Umbau­phase konnte das neue alte Museum bereits im Dezember 1992 seine Pforten öffnen. Ingo Wellmann als Museumsleiter fand in Gabriele Helbig eine neue Mitarbeiterin, die anfänglich als Halbtagskraft eingestellt wurde. Die Falkenseerin, die in der heutigen Europaschule gelernt hatte, war vorher im Museum der Stadt Nauen tätig. Sie wurde am 1. Februar 1993 in ihre Heimatstadt Falkensee an das dortige Heimatmuseum berufen. Nach abgeschlossener Lehrausbildung und mit Praxis­erfahrungen ausgerüstet, absolvierte sie eine berufs­begleitende Ausbildung mit dem Schwerpunkt Museumsmanagement.

Bahnbrechende Ideen
Dies und viele neue Ideen brachte sie so erfolgreich ins Museum Falkensee ein, dass sie 1995 dessen Leiterin wurde. Das damalige Konzept hat bis heute Gültigkeit: „Das Erdgeschoss des Hauses steht für wechselnde Ausstellungen zur Verfügung. Damit hat man das ganze Jahr über stets einen neuen Grund für einen Besuch bei uns“, erläutert sie. Diese Doppelnutzung schlägt mittlerweile immer höhere Wellen. Andere Orte, die vom neuen Museum träumen oder ihr bisheriges Konzept entstauben möchten, sehen nach Falkensee. Darunter sind Städte wie Angermünde und Kyritz. Sogar das mondäne Kleinmachnow schickte eine Delegation, denn dort will man erstmals überhaupt ein Heimat­museum einrichten. Bert Krüger war ebenfalls von dem bahnbrechenden Museum begeistert und zwar so sehr, dass er es zum Thema der Abschlussarbeit seines Studiums machte. Die Leidenschaft ließ ihn nicht mehr los. Heute steht er Gabriele Helbig als Stell­vertreter zur Seite.

Rekord mit Sandmännchen
In den 25 Jahren seit der Präsentation in der Falken­hagener Straße 77 hat sich die Sammlung verdoppelt. „Allerdings stellen wir jetzt sogar weniger Exponate aus, um diese eingängig zu präsentieren.“ Bemerkenswert ist ihr Fingerspitzen­gefühl, örtliche Persönlich­keiten aufzuspüren und sie in den Wechselausstellungen zu Wort kommen zu lassen. Dennoch war absoluter Spitzenreiter ein DDR-Idol das ausnahmsweise mal nicht aus der Gartenstadt kam: „Den meisten Zulauf hatte die Ausstellung zum ‚Sandmännchen‘. Am wirtschaftlich erfolgreichsten war die Präsentation der Werke von Ottilie Ehlers-Kollwitz, die fast alle ausverkauft waren.“

Weitsicht nach vorne
Zum runden Geburtstag im Dezember 2017 stellt das Team gerade eine Ausstellung zusammen, die hervorragende Exponate eines jeden der letzten 25 Jahre beinhaltet. „Diese verdanken wir größtenteils Schenkungen der Falkenseer“, betont Gabriele Helbig. Eines der Prunkstücke ist ein Teleskop von Alfred Wilke, das in der Stadt gebaut wurde. Damit lässt sich selbst nach langen Jahren noch Klarblick erlangen, für eine sicher weiter hochspannende Zukunft.