Willkommen in Falkensee
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Grüne Perspektiven – aber anders: Bunte Stadt mit selbstbewussten Bewohnern

Bürgermeister
Heiko Müller

Wo die Bürger entscheiden

Stand: Juni 2021

Die Gartenstadt Falkensee ist enorm beliebt, doch irgendwann fällt auf: Es fehlt das Stadtzentrum!

Bürgermeister Heiko Müller hat hier einen Traum: „Es wäre schön, wenn wir entlang der Bahnhofstraße eine Flaniermeile mit Geschäften, Gastronomie und Wohnungen erreichen könnten!“ Ein Lichtblick ist, dass das Nadelöhr an der Kreuzung Poststraße/Bahnhofstraße durch den neuen Kreisverkehr an Schrecken verloren hat. Staus wie sonst üblich, sind kaum mehr zu beobachten.

Neue Nostalgie?
Dennoch stockt die angestrebte Entwicklung. Diese dreht sich um einen Neubau, der die alte Stadthalle aus der DDR ersetzen soll. Daran hat Heiko Müller damals selbst mitgeschippt. Deshalb darf man ihm glauben, dass es ihm schwer gefallen ist, einem Abriss zuzustimmen. Doch jetzt gibt es unerwarteten Gegenwind.
„Die Stimmung in der Landesbehörde für Denkmalschutz hat sich wohl zugunsten früherer DDR-Bauten verändert. So bekamen wir einen Brief, in dem uns mitgeteilt wurde, dass die Stadthalle nun auf die Liste schützenswerter Bauten gekommen ist“, grübelt der Bürgermeister, wie es jetzt weitergehen soll. Zudem hat sich unter jungen Falkenseern ein Verein gebildet, der das frühere Wahrzeichen ebenfalls erhalten möchte.

Leer, teuer, wertvoll?
„Nach den heutigen Standards und entsprechend der vielen Vorschriften lässt sich das Gebäude nicht mehr nutzen. Eine Sanierung wäre unbezahlbar. Deshalb hatte man sich ja für den Neubau entschieden. Jetzt haben wir ein leeres, nicht verwendbares Gebäude. Die Idee, daraus eine Markthalle zu machen, scheitert beispielsweise an den fehlenden Parkplätzen“, beschreibt der Bürgermeister die Situation.
Dabei ist die Aufnahme in die Denkmalsliste erst eine Absichts­erklärung ohne momentane Rechtswirkung.
„Wir werden jetzt eine Abbruchanzeige einreichen. Dann sehen wir ja, wie reagiert wird“, erklärt der dynamische Bürgermeister wie er diesen gordischen Knoten „durchschlagen“ möchte.

Bürger kontra SVV
Man darf gespannt sein, ob es hier ebenso zu einem „guten Ende“ kommt, wie beim heiß diskutierten Hallenbad.
Hier entschieden letztlich die Falkenseer in einem Bürgerentscheid gegen die eigenen Stadtverordneten. Diese hatten sich insbesondere auf Drängen der nach der letzten Wahl erstarkten Grünen gegen das bereits beschlossene Projekt gewandt. Jetzt soll es zügig losgehen. Das Gelände gegenüber vom Bahnhof Seegefeld ist bereits vorbereitet und eingezäunt. „Hier wird außerdem ein ‚Park & Ride‘-Platz entstehen“, merkt der Bürgermeister weiter an.

Endbahnhof in Finkenkrug?
Schließlich möchte die Bahn die bisherige zweispurige Gleisführung bis dahin verdreifachen. Zusätzlich zu den Fernzügen sollen S- und Regionalbahn dazukommen.
„Unser großer Wunsch wäre, dass die Linie bis Finkenkrug verlängert wird. Die Fläche für einen Endbahnhof haben wir bereits vor Jahren angekauft“, erklärt Heiko Müller, der selbst Finkenkruger ist.

Radler im Blick
Die grüne Gartenstadt hat ein weiteres Dilemma: Es gibt viel Druck, geschützten Platz für den Fahrradverkehr zu schaffen. Gerade vor dem neuen Bad gestaltet sich das schwierig. Denn die Fläche im Bahneigentum geht bis zur Straße. Letztendlich wurde aber eine Lösung gefunden, die noch bessere Bedingungen für Fahrräder schafft als in der Friedrich Engels Allee.

Neues vom Gesetzgeber
Neue Verordnungen führen an vielen Stellen zu weiteren Baumaßnahmen. So erhält die Diesterweg-Grundschule mit ihrer augenfälligen Architektur aus Brandschutzgründen einen umlaufenden Metallgürtel. Die Kita Burattino musste einem Neubau weichen, da sie heutigen Bestimmungen ebenfalls nicht mehr gerecht werden konnte.
Vor allem störte, dass hier Rollstuhlfahrer ein Problem gehabt hätten. Davon allerdings gab es bisher keine, die in diese Kita wollten, schließlich gibt es in Falkensee viele moderne Gebäude für die Kleinen. Jedenfalls steht das neue Gebäude an der Holbeinstraße nun kurz vor der Eröffnung und besticht mit einer markanten Front von abgedunkelten Fenstern, fast wie es in der DDR üblich war! Allerdings, das kunstvolle Burattino-Relief vom Portal der alten Kita wird hier nicht mehr zu sehen sein. Es widerspricht aktuellen Vorstellungen von Erziehung.

Strom tanken
Viel Sinn fürs „grüne Falkensee“ hat Havelbus, das Unternehmen des Landkreises.
Es erweiterte den Betriebshof um eine moderne Anlage im Industriegebiet Seegefelder Straße. Hier sollen zukünftig Busse mit Elektro- und sogar mit Wasserstoffantrieb untergestellt und gewartet werden. Frei zugänglich sind Lade­säulen, an denen jeder sein E-Auto aufladen kann, sofern er sich denn zu diesem Schritt entschieden hat.
Die Stadtverwaltung wird ihren Fuhrpark teilweise durch E-Autos ersetzen und eine entsprechende Ladeinfrastruktur im Zuge der Rathaussanierung installieren.

Erstellt: 2021