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Scharfe Nachbarn in Falkensee

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Falkenfighter
Michael Hans
Telefon:01 75/1 63 88 04
Website:www.falkenfighter.de
Website:www.motor-falkensee.de/rollhockey

Schwert und Rollschuhe

Stand: Juni 2019

Mit Feuer und Schwert sorgten die Ritter im Mittelalter für Angst und Schrecken. In Falkensee kehrt das Mittelalter etwas anders ein, mit Hau, Schwert und Rollschuhen!

Das ist sehr stark dem Unternehmensberater Michael Hans zu verdanken. Er hat ein immenses Faible für ausgefallene Sportarten. So erweiterte er das Spektrum seines Vereins „Falkenfighter“, dem er seit zwölf Jahren vorsteht, um Schwertkampf: „Dabei geht es darum, die Techniken aus dem Mittelalter zu erlernen. Das Schwert war damals als zweischneidige Waffe den Adligen vorbehalten, während das Fußvolk nur Waffen mit einer Klinge hatte.“

Hau aus alten Büchern
„Aus alten Büchern lässt sich genau ablesen, welcher Hau früher ausgeübt wurde“, gibt er weiter Einblick. Während andere einen Säbeltanz vorführen, zeigt Michael Hans mit unglaublicher Beweglichkeit, was man mit einem Schwert so alles machen kann, außer Hauen und Stechen. Dabei ist er sich jeder Bewegung absolut sicher: „Keine Angst. Ich kenne meine Reichweite genau“, verblüfft er, wenn er sein „Kampfinstrument“ nur wenige Zentimeter vor der Nase durch die Luft wirbeln lässt. „Obwohl wir generell keine scharfen Klingen zum Einsatz bringen, muss man sich immer bewusst sein, dass man durchaus Verletzungen herbeiführen kann“, hält er vor Augen. Deshalb sind die Schwertkämpfer der „Falkenfighter“, die von Dimitri Kapetanauis trainiert werden, mit einer Rüstung wie früher die Ritter ausgestattet. „Allerdings besteht diese nicht mehr aus Metall. Wir haben stattdessen einen Wams, wie ihn der Ritter früher unter der Rüstung hatte, damit diese nicht so am Körper scheuert“, erklärt der hauptberufliche „Unternehmensberater für Heilberufe“.

Karate-Kind und Taekwondo
Der heute 55-Jährige stammt aus Berlin. Er hat bereits als Kind zum Karate gefunden.
Bei Taekwondo gehörte er zu den Pionieren: „Damals gab es gerade mal einen Verein in Deutschland, der das angeboten hatte“, erinnert er sich. Seit 1996 wohnt er in Falkensee. Er berichtet, dass er in diversen Kampfsportarten firm ist. Da diese alle aus Fernost kommen, hat er sich intensiv mit Japan und China beschäftigt. In diesem Zusammenhang faszinierte ihn unter anderem die lange Tradition des japanischen Schwerts. „Kampfsport bedeutet Disziplin, Konzentration und Ausbildung von Willensstärke. Im Gegensatz zur Wortbedeutung sind die Sportler immer sehr friedliche Menschen. Die Ausübung macht den Kopf frei. Sie ist Meditation in Bewegung“, erklärt er.

Frauen am Schwert
Das bezieht er sogar auf die ebenfalls neue Disziplin „Krav Maga“. Dies ist eine Selbstverteidungsvariante aus Israel.
„Hier üben Hausfrauen zusammen mit Polizisten und Sicherheitsleuten“, beschreibt er die Bandbreite. Diese gilt für alle Abteilungen, zu denen noch Tai-Chi und Taekwondo gehören.
Bei dieser olympischen Disziplin ist der Falkenseer landesweit als Vizepräsident vom „Taekwondo­verband Berlin-Brandenburg e.V.“ gefragt.
Er freut sich über das breite Spektrum bei den „Falkenfighter“: „Wir haben insgesamt etwa 170 Mitglieder, darunter viele Kinder und in allen Abteilungen Frauen.“ Im Gegensatz zum Mittel­alter ist Schwertkampf in Falkensee also keineswegs reine Männersache!

Stars auf Rollschuhen
Dies gilt noch mehr für den weiteren Sport, mit dem die Stadt im Grünen gerade dabei ist, sich einen deutschlandweiten Ruf zu erarbeiten: „Wir haben eine überaus starke Rollhockey-Mannschaft. Diese Sportart ist bei „Motor Falkensee“ angesiedelt, ich bin einer der Trainer.
Das kam, weil mein Sohn Marcel Hans diese Sportart für sich entdeckt hat. Falkensee spielt mit der U17 in der Bundesliga. Wir waren bereits dreimal Ostdeutscher Meister“, ist Michael Hans sichtlich stolz.
„Diese Sportart wurde erfunden, damit die Eishockey-Spieler zu Zeiten, als es noch keine Kunsteisbahnen gab, im Sommer ebenfalls üben konnten. Es spielen jeweils zwei Mannschaften mit je einem Torwart und fünf Feldspielern auf Rollschuhen um möglichst viele Tore. Das Spiel ist sehr schnell und damit spannend für Zuschauer. Hier sind Jungs und Mädchen völlig gleichberechtigt, so dass bis zur U19 in gemischten Mannschaften gespielt wird“, gibt „Ritter Hans“ Einblick.

Technik an den Füßen
Da dieser Sport gerade erst dabei ist, sich in Deutschland zu entwickeln, bedeutet dies für die Falkenseer Spieler, viel unterwegs zu sein. „Die Wettbewerbs-Austragungen in der Bundesliga finden vielfach in Nordrhein-Westfalen statt, da dort mehr Vereine Rollhockey betreiben. Ich hoffe, dass dies mal eine olympische Disziplin wird. Juan Antonio Samaranch, der von 1980 bis 2001 als Präsident das Internationale Olympische Komitee ‚IOC’ leitete, war selbst Roll­hockeyspieler, konnte dennoch nicht erreichen, dass es olympisch wurde“, hofft Michael Hans, dass nun dafür die Zeit gekommen ist und Falkensee dann eine wichtige Rolle spielen kann.
Übrigens, mitmachen kann jeder, denn der Verein „Motor Falkensee“ stellt komplett die ansonsten durchaus teure Ausrüstung, wo spezielle HighTec-Rollschuhe schon mal gut 1 000 Euro kosten können.