Bericht über: Künstlerin
| Künstlerin | |
| Sabine Ostermann | |
| Telefon: | 01 73/9 31 84 84 |
| Website: | www.sabine-ostermann.de |




Wo Kunst wächst

Stand: August 2026
Zwischen alten Mauern, lichtdurchfluteten Atelierräumen und einem Garten voller Geschichten hat sich eine außergewöhnliche Künstlerin ihren Traum verwirklicht.
Sabine Ostermann hat einen Teil des Areals um ein ehemaliges Heizhaus mit viel Engagement in eine Kunststätte verwandelt, in der Kreativität, Begegnung und Inspiration zu Hause sind.
Seit 2008 arbeitet die heute 58-jährige hauptberufliche Kunstlehrerin auf dem Gelände in der Bahnhofstraße. Aus einem einstigen Handwerkerhof einer „Produktionsgenossenschaft des Handwerks“ aus DDR-Zeiten entwickelten sich Schritt für Schritt Atelier-, Ausstellungs- und Veranstaltungsräume. Wo früher Werkbänke und Maschinen herrschten, entstehen nun unter anderem großformatige Kunstwerke.
„Mich haben die Räume sofort fasziniert. Hier habe ich mit meinem mittlerweile verstorbenen Mann Paul Bell viel Energie hineingesteckt. Sie bieten die Freiheit, groß zu denken und groß zu arbeiten“, schwärmt die Künstlerin.
Von Baden-Württemberg nach Falkensee
Geboren wurde Sabine Ostermann 1968 in Backnang nahe Stuttgart. Nach ihrem Studium in Bildender Kunst und Geschichte in Mainz führten sie zahlreiche Ausstellungen und berufliche Aufenthalte nach Falkensee, wo sie mittlerweile dauerhaft lebt und arbeitet. Ihre Werke sind deutschlandweit in Sammlungen, Galerien sowie Kunstvereinen vertreten und finden im Ausland viel Beachtung, etwa in Frankreich, wo sie sich regelmäßig aufhält.
Einzigartige Technik
Die Falkenseerin widmet sich meist einer ungewöhnlichen Form des Linolschnitts. Anders als beim klassischen Druckverfahren macht sie das Linoleum selbst zum Kunstwerk. Die Platten werden reliefartig bearbeitet, bemalt und auf Holz montiert. So ergeben sich farbintensive Bildobjekte mit räumlicher Wirkung. Als Grundlage dient gewöhnlicher Linoleum-Bodenbelag. Mit feinster Präzision schneidet die Künstlerin Linie für Linie, Muster und Strukturen in das Material. Drucke oder Vervielfältigungen gibt es nicht, jedes Werk ist ein Unikat.
Poesie der Stoffe
„Ich weiß am Anfang oft selbst noch nicht genau, wohin mich ein Bild führen wird. Während des kreativen Prozesses verändert sich vieles. Das Werk entwickelt sein eigenes Leben“, erzählt sie.
Ein wiederkehrendes Motiv ihres Schaffens sind Stoffe, Spitzen, Gewebe und textile Strukturen. Mit feinen Schnitten und leuchtenden Farben verwandelt sie diese Muster in beeindruckende Kompositionen. Kunstkenner schätzen die Eigenständigkeit ihrer Technik. Viele ihrer Schöpfungen erreichen Formate von deutlich über zwei Metern und entfalten in den großzügigen Räumen des umgebauten Heizhauses ihre volle Wirkung. Dabei stehen mit viel Ironie immer wieder die beiden Themen Konsumverhalten und aktuelles Weltgeschehen im Fokus.
Ein Ort voller Geschichten
Das Gelände selbst zeugt von Wandel und Neubeginn. Von einer Werkstatt etwa blieb einzig eine einzelne Wand erhalten. Heute markiert sie den Eingang zum „Betongarten“, der zum Verweilen einlädt. „Ich mag es, wenn Vergangenheit sichtbar bleibt. Diese Wand erinnert daran, was einmal hier gewesen ist und gleichzeitig daran, was daraus geworden ist“, berichtet sie.
Kunst als Begegnung
Das Heizhaus hat sich mit der Zeit zu einem kulturellen Treffpunkt entwickelt. So beteiligt sich Sabine Ostermann jedes Jahr an den „Offenen Ateliers“ sowie am „Falkenseer Poesieherbst“ und in der Adventszeit veranstaltet sie stets einen Weihnachtsmarkt. Dann füllt sich die ehemalige Industriehalle mit Gesprächen und neugierigen Besuchern. Aus einfachem Bodenbelag erwachsen hier Bildwelten voller Farbe und Bewegung.
„Mich interessiert immer, was passiert, wenn man genau hinschaut. Im Material, in den Mustern und in den kleinen Veränderungen, dort beginnen für mich die spannendsten Geschichten“, so die Falkenseer Künstlerin.