Willkommen in Falkensee
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Startenor, Fernsehliebling, Familienvater

Musiker
Andrew Graham
Telefon:01 51/40 14 90 02
Website:andrewcarrington.de

Freude am Bühnenlärm!

Stand: Juni 2018

Einmal so richtig Lärm machen, wer hätte dazu nicht Lust? Bei Rockkonzerten geht es oft ohrenbetäubend zu, doch wer würde Krach mit Klassik verbinden?

Mit dieser Idee steht Andrew Graham wohl ziemlich alleine auf der Opern-Bühne. Dabei hat er es mit der Kraft seiner Stimme geschafft, weltweit die Fans zu begeistern. „Meine Vorbilder waren Luciano Pavarotti und Plácido Domingo. Damals war ich noch ein kleiner Junge. Ihre Stimmkraft beeindruckte mich immens. Als ich durch ein durchreisendes Theater die Oper „Der Barbier von Sevilla“ erleben durfte, wusste ich, dass ich auf die Bühne muss“, blickt der Falkenseer zurück.

Nur ein Saxofonist?
Damals lebte der kleine Junge im fernen Australien, in der 134 000 Einwohner-Stadt Cairns im Bundesstaat Queensland, die als Zuckerrohrmetropole und für ihr tropisches Klima mit Temperaturen selten unter 20 Grad bekannt ist.
Seine Leidenschaft brachte ihn zum Musikstudium auf die Universität in Brisbane.
„Ich begann mit klassischem Saxofon. Allerdings fiel mir auf, dass dieses Instrument im Bereich Klassik wenig gefragt ist. In ganz Australien gab es dafür exakt eine Stelle. Also wechselte ich zum Gesang.“

Zehn Tenöre für die Welt
Während seine großen Vorbilder als die „Drei Tenöre“ durch die Welt zogen, vervielfachte Graham dies. Seine Formation hieß „Ten Tenors“, also zehn Tenöre.
Damit wurde er zum international gefragten Star: „Ich war Manager und künstlerischer Leiter der Gruppe. Wir traten weltweit auf. Dazu gehörten große Opernhäuser in Australien, Mexiko, in den USA und in Kanada. Wir waren in so ziemlich allen europäischen Ländern.“
Die Musiker veröffentlichten Platte um Platte: Dazu gehören „Untied“, „Colours“, „Nostalgica“ und „Here’s to the Heroes“. Letztere wurde in den durch die Beatles legendären „Abbey Road Studios“ in London produziert. Davon gibt es zudem eine gleichnamige DVD. Sogar in der „Royal Albert Hall“, ebenfalls in London, waren sie zu erleben.

Berlin ganz sexy!
Besonders prägend war Berlin! Als die ungewöhnliche Klassik-Formation mit dem gerade mal 24 Jahre jungen Ausnahme-Tenor 2001 nach Berlin kam, sollte sich über Nacht alles ändern! Der Grund war ein immer noch unvergessener Auftritt in der „Bar jeder Vernunft“.
„Berlin war für mich unglaublich. Das Publikum war ganz anders. Hier trafen wir zu unserer totalen Überraschung auf viele junge Zuhörer!“
Darunter befand sich die attraktive Sandra. Ihren Reizen konnte der Australier schon nach dem ersten Blick nicht mehr standhalten. Aus dem Weltstar und der Sekretärin wurde ein Paar, das sich heute noch wie damals liebt. „Mit den ‚Ten Tenors’ war ich zehn Monate im Jahr unterwegs. Das wollte ich jetzt nicht mehr, schließlich stellte sich bald Nachwuchs ein.“

TV-Liebling
Also startete der Klassik­sänger unter neuem Namen „Andrew Carrington“ eine Karriere als Schlagersänger. Sein Album „Ich leb’ für Dich“ nahm vielfach das neue Leben zum Thema. Doch mit brav zuhause bleiben und auf die Tantiemen warten war nichts. „Carrington“ wurde zum erneuten Star, um den sich die Fernsehsender der Nation rissen. So trat er bei Carmen Nebel auf. Er war bei Thomas Gottschalk in der Kult-Sendung „Wetten, dass…?“, beim „Deutschen Fernsehpreis“, im „Fernsehgarten“ und in der „André Rieu Show“. Ob „Arena der Stars“ oder „3Sat Sommerfestival“, der neue Stern am Schlagerhimmel begeisterte durch sein unverbrauchtes frisches Auftreten und die geschulte Stimme.
„Probleme hatte ich allerdings, wenn es um Interviews ging. Das war ich an sich von den ‚Ten Tenors’ gewohnt. Doch hier erwarteten die Leute von einem deutsch singenden Interpreten logischerweise, dass er flüssig deutsch sprechen kann. Damit tat ich mich anfänglich schwer.“

Swing und Jazz
Davon merkt man heute nichts mehr. Mittlerweile ist er vielfach im Radio gefragt. Sein neuer Schlager „Zeig mir mehr davon was Liebe ist“ entwickelt sich zum Chart-Stürmer. Weitere Hits sind „Steig ein“ und „Jetzt oder nie“.
In Falkensee genießt Andrew Graham, dem Starallüren trotz der Welterfolge fremd sind, die neue Heimat: „Hier kann man die Kinder ins Freie lassen, ohne dass man um sie Angst haben muss“, lobt er. „Von Kitas wie hier könnte man in Australien nicht mal träumen. Der Winter macht mir aber weniger Freude. Das kannte ich überhaupt nicht. Anfänglich fand ich es toll, doch jetzt könnte ich darauf gut verzichten.“
Künstlerisch ist er so vielseitig wie nie zuvor: „Ich habe herausgefunden, dass meine Stimme gut zu Swing und Jazz passt, das Saxofon ebenso“, beschreibt er.
Außerdem ist er für hoch­karätige Firmengalas von Weltunternehmen gefragt und lässt sich für Hochzeiten engagieren.
Doch der Traum von der großen Bühne lebt weiter. Mit gerade mal 41 Jahren fühlt er sich jung genug für eine weitere Karriere, „vielleicht in zehn Jahren“. Dabei könnte er eine rekordverdächtige Erfahrung von über 2 000 Konzerten einbringen, viele davon in den renommiertesten Theatern der Welt!