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Meteorologie-Pionierin verliebt sich im Fotokurs: Beim Fotokurs schlug der „Blitz“ ein!

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Wetterfee
Petra Grasse
Telefon:0 33 22/84 27 42
Website:www.gorn-photodesign.de

Bewegtes Leben fürs Wetter

Stand: Juni 2020

Wie kommt der Wetterfrosch ins Fernsehen? Das kann am besten eine Falkenseerin erklären, die ganz maßgeblich dafür sorgte, dass der Blick auf Regen, Schnee, Wolken oder Sonne niemals langweilig ist.

Petra Grasse hatte als Wetterfee aus Leidenschaft gleich nach der Ausbildung ihre Lebensaufgabe im „Meteorologischen Institut“ der Freien Universität Berlin gefunden. Dort stieß sie sich nach einigen Jahren an täglichen Routineaufgaben. „Es macht wenig Spaß, mehrmals täglich Messwerte per Hand in ein Blatt an immer der selben Stelle einzutragen“, erinnert sie sich. „Das sollte doch eine Maschine besser können.“ Also begann sie zu programmieren.

Lochstreifen und Animation
„Das war in den 1980-er Jahren, als es noch keine PCs gab. Computer wurden damals per Lochstreifen und -karten bedient“, schmunzelt sie. Mit ihrem Kollegen hat sie die Datenverarbeitung im Wetterdienst komplett digitalisiert. Später brachte die Arbeitsgruppe eine Entwicklung ins Rollen, ohne die heute kein Wetterbericht mehr denkbar wäre. Eine Software wurde programmiert, die die bis dato überwiegend manuell erzeugten Wetterkarten für das Fernsehen automatisch erstellte. „RTL war der erste Abnehmer, weitere folgten“, erinnert sie sich an diese Meilensteine in der Fernseh­geschichte.

Wetter-Patenschaften
Die Sparzwänge, vor denen das Institut ebenfalls nicht verschont wurde, brachten die leidenschaftliche Wetterfee auf die nächste Idee: „Seit 1954 werden Hochs und Tiefs auf den Wetterkarten mit Vornamen versehen. Das hatte der damalige Leiter Dr. Richard Scherhag begonnen. Um Einnahmen zu generieren entstand die Idee, Wetterpatenschaften in der Bevölkerung zu vergeben. Im Jahr haben wir zwei Durchläufe mit Hochs und fünf mit Tiefs, so dass an die 200 Buchstaben zur Verfügung stehen. Die Idee hat sofort gut eingeschlagen. Die meisten Buchstaben sind schnell weg, nur mit dem ‚X‘, gibt es oft Probleme“, weiß Petra Grasse.

Starfotograf in Aktion
Zur intensiven Fotografie kam sie durch eine Reise: „Ich war mit einer Freundin in New York. Zurück in Berlin ärgerte ich mich, dass diese so schöne Fotos hatte und auf meinen alles verschwommen zu sehen war.“ Also lag der Gang ins Fotogeschäft nahe. Doch eine schicke Spiegel­reflex-Kamera macht noch keinen Fotokünstler aus.
Also ging der Weg zur Volkshochschule. Dort leitete Starfotograf Reinhard Gorn das Seminar. Er hatte sich vom Vater, der Feuerwehrmann in Berlin war, von dessen Leidenschaft anstecken lassen. „Ich habe immer alles außer Sport fotografiert. Bei letzterem fehlt mir das Verständnis, wie sich Leute mit vielen Entbehrungen abrackern, um dann mal eine Zehntelsekunde schneller zu sein.“

Kunst im Bild
Gorn war als Promi-Fotograf im Einsatz, er war bei Künstlern und Zeitschriften gefragt und setzte mit seiner Straßenfotografie Zeichen. „Es geht hier bei den Personen nicht darum, wer sie eigentlich sind, sondern dass sie etwas ausdrücken, was über das direkt Sichtbare hinaus geht. Ich habe in Prag an einer Bushaltestelle einen Augenblick fotografiert, wo ein alter Mann sinnierend auf eine Gruppe von Mädchen auf der nächsten Bank sieht und weiß, dass seine Chancen vorbei sind. Das ist ein starkes Gefühl, in einem kurzen Moment eingefangen.“

Auf Anhieb verknallt
Gorn selbst hatte wohl viele Chancen, doch im Fotokurs wurde er „eingefangen“.
Petra Grasse kam, sah und war verknallt. „Ich wollte ihn unbedingt haben“, erinnert sie sich an diesen lebens­prägenden Moment vor mittlerweile über einem viertel Jahrhundert. Die Fotoleidenschaft verbindet beide immer noch, doch Konkurrenz gibt es keine. Denn, wie könnte es anders sein, geht die Wetterberichts-Pionierin hier ebenfalls eigene Wege.
„Ihr Metier sind abstrakte Fotos die aus der starken Vergrößerung von Gegenständen und Strukturen hervorgehen“, lobt ihr Meister sie. Dabei lässt sie das Wetter aber niemals los, und sei es, um die eigene Tomaten- und Chilizucht im Garten vor den Unbilden der Witterung zu bewahren.

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